Stadtplatz Regenbogen

Was gibt es Neues in der Stadt?

Schützenfest

Zylinder raus – die Frauen kommen! 


„Weil es an der Zeit war!“ Jürgen Busse, Ortsbürgermeister des Städtchens, sagt es und alle um ihn herum nicken. „Einstimmig beschlossen!“, wirft Angelika Teßner ein. Rehburgs Ortsrat steht geschlossen hinter diesem Beschluss, keine Widerrede – sie alle wollen, dass nach wie vor 400 Männer mit Zylinder auf dem Kopf durch den Ort marschieren. Aber eben auch die Frauen. Den Versuchsballon haben Jürgen und Angelika, Julian, Ernst, Jan und Carsten sich genau überlegt.

Angelika marschiert voran im Frauenrott. Als Mitglied im Ortsrat kennt sie sich seit Jahrzehnten damit aus und hat alle Rehburger Frauen für Montag, 11. Juli, 7 Uhr, zu sich nach Hause eingeladen. Anmeldungen, sagt sie lachend, sprudeln schon ganz ordentlich.

Dass es ein Versuchsballon ist, betont Jürgen noch einmal, während er den Zylinder schwenkt -  an der Schützenfest-Ordnung haben sie noch nicht gedreht. Erst einmal wollen sie ausprobieren, ob Rehburgs Frauen denn überhaupt Interesse daran haben, vom Markt- zum Schützenplatz in langer Reihe mitzugehen. Läuft das gut an, dann wollen sie in den nächsten Jahren anpassen, was als Privileg Georgs II. von Hannover im Jahr 1736 für Rehburg seinen Anfang nahm.

Das wäre nicht die erste Änderung der Schützenfest-Ordnung: Ursprünglich durften nur die Realbürger marschieren, später wurden es alle Männer ab 18 Jahren. Dem weint niemand mehr eine Träne hinterher. Anders ist es da schon mit der Steuerbefreiung, die die Schützenkönige vor Urzeiten für ein Jahr bekamen… 

Und jetzt kommen die Frauen: Liebe Rehburgerinnen, holt die Zylinder raus, bürstet die schwarzen Anzüge und zeigt den Mannsleuten, dass auch Frauen Schützenfest können!