Der Hintergrund ist schnell berichtet: Zur Kommunalwahl 2021 hätte die SPD zwei Plätze im Ortsrat bekommen können. Da mit Heiko Ziesenis nur ein Kandidat auf der Liste stand, blieb ein Platz in dem Gremium frei. Sehr zum Verdruss der übrigen Ortsratsmitglieder. Statt zu fünft diskutieren, planen und mit offenen Ohren den Bürger:innen zuzuhören, blieb die Arbeit an vier Winzlarer:innen hängen. Solch ein Szenario sollte es nicht erneut geben.
Eine Lösung bot sich dem Ortsrat mit der Gründung einer Wähler:innengemeinschaft an, in der Parteipolitik ins Hintertreffen gerät, die Gemeinschaft im Dorf, gemeinsame Werte und Ziele aber im Vordergrund stehen.
„Das habe wir doch schon viele Jahre so gehandhabt“, sagt Bernd Sandmann, der im Ortsrat als beratendes Mitglied dabei ist, da er einen Sitz im Stadtrat hat. CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen – die in Winzlars Ortsrat vertretenen Parteien – hätten immer konstruktiv zusammengearbeitet. Das gehe auch völlig unabhängig.
Zudem erhofften sie sich von dieser Lösung, mehr Menschen für Kommunalpolitik zu begeistern, die zwar grundsätzliches Interesse gezeigt hatten, sich aber nicht auf eine Partei festlegen wollten.
Die Rechnung ist aufgegangen: In den Vereinen des Dorfes warb der Ortsrat zunächst für die Idee, lud dann zu einer Gründungsversammlung ein – und hat nun sieben Kandidat:innen auf der Demokratischen Liste Winzlar. Die fünf Sitze im Ortsrat könnten also allein durch diese Liste besetzt werden – und hätten für die kommenden fünf Jahre sogar noch Spielraum: Sollte ein Ortsratsmitglied von dieser Liste seinen Sitz abgeben, könnte der oder die Nächstplatzierte nachrücken.
Ihr Grundsatzprogramm hat die Demokratische Liste Winzlar kurz und knapp auf einer Seite zusammengefasst:
Präambel
Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist Grundlage unseres Handelns und Denkens.
Wir stehen ein für Zusammenhalt, Menschenwürde und Gerechtigkeit und wollen ein respektvolles Miteinander aller Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion, Weltanschauung, Geschlecht oder Identität.
Wir sind gegen jede Form von Extremismus, Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit.
Wir fördern die Dorfgemeinschaft in Winzlar und übernehmen Verantwortung für die Menschen vor Ort.
Wir unterstützen die örtlichen Vereine, Verbände und Initiativen.
Wir wollen eine bürgernahe Entwicklung Winzlars in der natürlichen Umgebung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger.
Auf der Liste der neuen Wähler:innengemeinschaft stehen mit Claudia Brandes-Hogrefe und Karl-Hermann Meier zwei Kandidat:innen, die bereits jetzt dem Ortsrat angehören. Jan Grote kommt neu hinzu, ist aber Mitglied im Stadtrat.
Neulinge auf dem Weg in die Kommunalpolitik sind Nicole Neye, Martin Koboldt, Marlies Tarrach und Thomas Papies.
Hinweis:
Der Wahlzettel für den Winzlarer Ortsrat ist mit der Demokratischen Liste selbstverständlich nicht abschließend gefüllt. Bis Juli können Parteien oder Einzelbewerber:innen ihre Kandidatur im Rathaus anmelden. Informationen dazu sind hier hinterlegt: https://www.rehburg-loccum.de/rathaus/wahlen/kommunalwahl-2026/

