Mikrowärmenetze sind eine Form der effizienten erneuerbaren Energieversorgung, für die Sie sich in Ihrer Siedlung, Ihrem Quartier, Ihrer Nachbarschaft zusammenschließen können.
Kompliziert? Sicherlich ist das nicht einfach. – Aber wir liefern Ihnen kompetente und unabhängige Hilfestellung zu Fragen wie Energiequellen und Wirtschaftlichkeit, nehmen Sie auch bei der Ausarbeitung der Verträge unter Nachbarn an die Hand und bieten auch Tipps und Hinweise zu allen juristischen Notwendigkeiten!
Das Ziel, das wir mit dieser einen ausgewählten Nachbarschaft verfolgen, ist ein Leitfaden, der weiteren Interessenten an Mikrowärmenetzen das nötige Handwerkszeug liefert, um eine durchaus lohnende, aber doch etwas verzwickte Materie zu verstehen und erfolgreich umzusetzen. Ein Leitfaden, den es in dieser Art bislang nicht gibt!
Fördergeld für den Leitfaden
So gut ist unsere Idee dieses Leitfadens, dass wir Fördergeld bekommen. 269.000 Euro wird das Dokument kosten. Aus EU- und Landesmitteln unterstützt das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) uns mit rund 108.000 Euro. Der Landkreis Nienburg gibt 131.000 Euro hinzu. Wir gehen davon aus, dass wir von den verbleibenden 30.000 Euro Eigenmitteln 85 Prozent vom Land Niedersachsen als Kofinanzierung erstattet bekommen – im Zuge der Förderung finanzschwacher Kommunen.
In unserer Verwaltung ist Susanne Grote aus der Stabstelle Nachhaltigkeit und Klimafolgenanpassung für das Projekt zuständig. Kenntnisreiche Unterstützung bekommt sie von der Klimaschutzagentur Mittelweser – und von der Nachbarschaft, die solch ein Mikrowärmenetz als Pilotprojekt in Rehburg-Loccum starten will!
Susanne Grote
Stabstelle Nachhaltigkeit und Klimafolgenanpassung
📞 05037 9701-74
📩 s.grote@stadt.rehburg-loccum.de
Kommunale Wärmeplanung als Chance
Doch gehen wir einen Schritt zurück: Es geht um die kommunale Wärmeplanung, die ein politischer Auftrag ist, dem sich keine Kommune entziehen kann. Wir haben ein wenig früher damit begonnen, als der Gesetzgeber es uns vorgeschrieben hat, weil wir möglichst schnell herausfinden wollten, wo es in unserer Stadt Potential gibt, um uns unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen. Gute Ansätze sollten unterstützt werden.
Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, bei dem Städte und Gemeinden einen individuellen Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung entwickeln. Ziel ist es, von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien oder Abwärme umzustellen, um Treibhausgase zu reduzieren, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Versorgungskosten zu senken.
Grundlage sind Analysen der lokalen Situation, die Identifizierung von Flächen für erneuerbare Energien und die Entwicklung von Wärme- und Nahwärmenetzen.
Die Suche nach nutzbaren Wärmequellen in unserem Stadtgebiet – wie so oft im ländlichen Raum - war allerdings relativ ernüchternd. Größere Unternehmen in Rehburg-Loccum wie auch Biogasanlagen nutzen ihre Abwärme selbst, beziehungsweise haben bereits Abnehmer gefunden. Viel mehr Potential konnten wir nicht ausmachen.
Ein Lichtblick sind Versuche in Bad Rehburg, eine Grundwasser-Großwärmepumpe zu installieren. Diese Pumpe würde dem Grundwasser Wärme entziehen, die zur Beheizung genutzt werden kann. Funktioniert der Plan, so wird in ein bis zwei Jahren das Maßregelvollzugszentrum in Bad Rehburg mittels dieser Wärmequelle beheizt. Im besten Fall könnten weitere nahegelegene Gebäude angeschlossen werden.
Mehr zum Thema Grundwasser-Großwärmepumpe:
https://www.rehburg-loccum.de/aktuelles/nachrichtenarchiv/wasserwerk-bad-rehburg/
Auf das gesamte Stadtgebiet Rehburg-Loccums bezogen, ist das jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Über die kommunale Wärmeplanung hinaus versprechen wir uns weiteres Potential von besagten Mikrowärmenetzen – die aber nicht so schnell und einfach umzusetzen sind, wie ein Austausch der eigenen Gasheizung und für deren Planung es bisher kaum qualifizierte Unterstützung gibt.
Das wollen wir ändern – und beginnen damit, den „Leitfaden Mikrowärmenetze“ zu erstellen. Er soll Tipps und Tricks liefern, soll auf Fallstricke hinweisen, die große Bandbreite der Möglichkeiten aufzeigen und auf individuelle Besonderheiten eingehen.
Und nun suchen wir Sie: Ihre Nachbarschaft, in der womöglich in naher Zukunft reihenweise Heizungen ausgetauscht werden müssen. Schließen Sie sich zusammen! Und kommen Sie auf uns zu!!
Neben der Beratung, die Sie in allen Belangen von uns bekommen, gibt es als Bonbon einen kostenlosen Energie-Check für jedes anzuschließende Haus.
Von Ihren und unseren Erfahrungen und von dem Leitfaden können im Anschluss nicht nur Rehburg-Loccumer:innen profitieren – er wird allen Interessierten zur Verfügung gestellt.
Wir laden ein: Seien Sie Vorreiter:innen auf dem Weg zu mehr Unabhängigkeit in der Wärmeversorgung und mehr Klimaschutz! Banden bilden lohnt sich!
Zukunftsregion Mitte Niedersachsen
Die Umsetzung unseres Projekts „Leitfaden Mikrowärmenetze“ erfolgt im Verbund der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen, zu der sich 2022 die Landkreise Nienburg, Diepholz und Verden zusammengeschlossen haben.
Damit können in den drei Landkreisen über fünf Jahre Projekte in den Handlungsfeldern „Regionale Innovationsfähigkeit“ und „CO2-arme Gesellschaft und Kreislaufwirtschaft“ gefördert und umgesetzt werden.
Gleich drei Förderbescheide hatte das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) für unsere Zukunftsregion beim Besuch in der Romantik Bad Rehburg dabei.
Sie möchten wissen, was in diesen Handlungsfeldern ansonsten noch möglich ist?
Wir stellen Ihnen hier die Pressemitteilung des ArL zur Verfügung:
Drei starke Impulse für die Region
Zukunftsregion Mitte Niedersachsen investiert in Klimaschutz, Energie und Umweltbildung
ArL-Landesbeauftragter Ottmar von Holtz überreicht Förderbescheide in Höhe von insgesamt rund 540.000 Euro an die Stadt Rehburg-Loccum und die Klimaschutzagentur Mittelweser

Anlass zur Freude: Drei Förderbescheide hat Ottmar von Holtz (vorne, zweiter von rechts) an Mitglieder und Mitarbeitende der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen in der Romantik Bad Rehburg überreicht. ade
Rehburg-Loccum. Wo einst Kurgäste in der Romantik Bad Rehburg Erholung suchten, wurden am Dienstag, 3. Februar 2026, die Zeichen auf Zukunft gestellt: Der Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Ottmar von Holtz, überreichte, im Beisein von Landrat Detlev Kohlmeier (Landkreis Nienburg), drei Förderbescheide an innovative Projekte, die Klimaschutz, Energieeffizienz und Umweltbildung in den Mittelpunkt rücken.
Martin Franke, Bürgermeister der Stadt Rehburg-Loccum, nahm einen Förderbescheid in Höhe von rund 108.000 Euro für das Projekt „Leitfaden Mikrowärmenetze Mitte Niedersachsen“ entgegen. Franziska Materne, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Mittelweser e.V., erhielt Fördermittel in Höhe von rund 235.000 Euro für das Projekt „Energie(k)reise Mitte Niedersachsen“ sowie rund 197.000 Euro für das Projekt „Mission 3R – Richtig trennen, wenig verschwenden, mehr recyceln“.
Investitionen in die Zukunft der Region
Ottmar von Holtz betonte die Bedeutung der Förderung: „Es begeistert mich, wie engagiert die Menschen vor Ort an Lösungen für die großen Zukunftsfragen arbeiten. Mit den heute übergebenen Fördermitteln investieren wir nicht nur in konkrete Projekte, sondern in die Zukunft unserer Region. Das ist ein starkes Signal für Zusammenarbeit und Innovation über Landkreisgrenzen hinweg.“
Auch Landrat Detlev Kohlmeier betonte: „Ich bin sehr froh, dass wir diese Zusammenarbeit in der Zukunftsregion haben. Gemeinsam kriegen wir eine tolle Entwicklungsarbeit hin und können dabei einen Fokus legen auf Klimaschutz, Energietransformation, Kreislaufwirtschaft… Themen, die leider gerade in der großen Politik ein bisschen an die Seite rutschen. Die heute vorgestellten Projekte zeigen eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen mit Leidenschaft und Weitblick zusammenarbeiten. Dafür mein großer Dank an alle, die so ein Projekt initiiert haben. Ich sehe die Projekte als eine echte Bereicherung für die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen und ein starkes Signal für eine nachhaltige Zukunft.“
Transformation der Wärmeversorgung vor die Haustüren bringen
Martin Franke sprach allen Beteiligten seinen Dank aus: „Wir sind allen fördernden Stellen außerordentlich dankbar, dass sie uns dieses ehrgeizige Projekt ermöglichen. Das ermöglicht es uns wiederum, die Transformation der Wärmeversorgung auch vor die Haustüren zu bringen, die nicht durch eine besondere Lagegunst in der Nähe einer regenerativen Energiequelle einfache Optionen zur Versorgung mit fossilen Brennstoffen haben. Wir versprechen uns dadurch einen deutlichen Schub hin zu einer klimaschonenden Wärmeversorgung, der auch anderen Kommunen mit ähnlicher Ausgangsposition helfen könnte.“
„Unsere Themen – von der Wärmewende und dem Einsatz erneuerbarer Energien über das Thema Umweltbildung – spiegeln sich unmittelbar in den Handlungsfeldern der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen wider. Mit den geförderten Projekten leisten wir gemeinsam einen konkreten Beitrag dazu, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stärke zu verbinden und die Lebensqualität in unserer Region langfristig und nachhaltig zu sichern“, sagte Franziska Materne.
Erfahrungen aus Pilotprojekt sammeln
Ziel des Projekts „Leitfaden Mikrowärmenetze Mitte Niedersachsen“ ist die Entwicklung eines praxisnahen Leitfadens, der Quartieren und nachbarschaftlichen Verbünden helfen soll, CO₂-arme Wärmeversorgung zu planen und umzusetzen. Das Besondere: Neben technischen und rechtlichen Aspekten fließen auch Erfahrungen aus einem Pilotquartier ein, in dem aktuell ein Mikrowärmenetz erprobt wird. So entsteht eine Blaupause, die den Umstieg auf erneuerbare Wärmequellen im ländlichen Raum erleichtern und den Planungsaufwand für künftige Projekte deutlich reduzieren soll. Das Projekt läuft von November 2025 bis April 2027 in Kooperation mit der Klimaschutzagentur Mittelweser.
Begeistern für energetische Sanierung
Mit dem Projekt „Energie(k)reise Mitte Niedersachsen“ soll eine breit angelegte Informationskampagne angelegt werden, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden für die energetische Sanierung begeistern soll. Persönliche Beratung, vielfältige Veranstaltungsformate und der Austausch untereinander sollen helfen, Hemmnisse abzubauen und die Sanierungsquote zu steigern. Ziel ist es, die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor nachhaltig zu senken und die Energiewende voranzubringen. Das Projekt läuft seit Januar 2026 bis Ende 2028 in Zusammenarbeit mit der Klimaschutz und Energieagentur Landkreis Verden gGmbH und dem Klimaschutzmanagement Landkreis Diepholz.
Abfall-Pädagogik für Schulen
Das Projekt „Mission 3R – Richtig trennen, wenig verschwenden, mehr recyceln“ zielt darauf ab, ein neues, einheitliches Abfallpädagogik-Konzept für Kinder und Jugendliche in den drei Landkreisen Diepholz, Verden und Nienburg/Weser auf den Weg zu bringen. Eine pädagogische Fachkraft bei der Klimaschutzagentur Mittelweser soll spielerisch und alltagsnah die Grundsätze „Reduce – Reuse – Recycle“ vermitteln. Ziel ist es, schon bei den Jüngsten ein Bewusstsein für Ressourcenschonung und Umweltschutz zu schaffen und ihnen praktische Handlungsempfehlungen mitzugeben. Die Projektlaufzeit ist von Januar 2026 bis Dezember 2028.
Die Fördermittel für alle drei Projekte stammen aus dem Programm „Zukunftsregion Mitte Niedersachsen“, das an diesem Tag von Kathrin Koröde vom Regionalmanagement und Landrat Detlev Kohlmeier, Landkreis Nienburg, vertreten wurde.

