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„Wir suchen die jungen Alten!“ Jubiläum des Seniorenbeirats mit Ausblick auf Neuwahlen


Zusammen stark – und außergewöhnlich erfolgreich – das treffe auf den Seniorenbeirat absolut zu, ließ Bürgermeister Martin Franke verlauten. Ein gewisser Stolz auf das, was die gestaltungswilligen Älteren geschaffen haben, schwang unverkennbar mit, und so ließ er sich als Vertreter der Stadt auch beim Geburtstagsgeschenk nicht lumpen: Die nächste Projektidee, mit der Stolper bei ihm vorspreche und bei der er eigentlich angesichts schwächelnder Finanzen mit dem Kopf schütteln müsse – dafür werde es Geld geben. „Ich nehme sie beim Wort“, versicherte die Vorsitzende resolut. Solch eine Gelegenheit lässt sich der Beirat keinesfalls entgehen.

Martin Franke überreicht Gabriele Stolper das Geschenk der Stadt Rehburg-Loccum 

Wird beim Wort genommen: Martin Franke überreicht Gabriele Stolper das Geschenk der Stadt Rehburg-Loccum. ade

Im Zukunftsprozess „Rehburg-Loccum 2030“ entstand die Idee für den Seniorenbeirat. Bald darauf hatten Rat und Verwaltung eine Satzung ausgearbeitet, der die Einladung an alle Mitbürger:innen Ü60 folgte. Wer würde kommen? Wer bereit sein, sich als „älter“ zu outen und für genau diese Generation zu streiten?

Die Spannung im Rat war groß – und wich entspanntem Ausatmen, als rund 40 Rehburg-Loccumer:innen hören wollten, was es denn mit diesem Beirat auf sich haben sollte – von denen 13 wiederum bereit waren, sich wählen zu lassen. Seitdem hat der Seniorenbeirat vieles bewegt. Mehr, als sich während einer Geburtstagsfeier vortragen ließ.

Generationsübergreifende Arbeit

Ein „Mann der ersten Stunde“ ist Otto Lüer. Durchgehend Mitglied, an vielen Aktionen beteiligt, mit beratendem Sitz im Ausschuss für Soziales, Jugend und Sport der Stadt und mit einem eigenen Projekt im Beirat: den plattdeutschen Abenden, zu denen er einmal im Monat in Rehburgs Heimatmuseum einlädt. Senior:innen aus vielen Orten sammelt er dort um sich. Aber auch andere sind willkommen. Wie Ben und Luca, Schüler von Loccums OBS, die in der Schule Platt lernen und zur Feier des Tages zwei plattdeutsche Sketche eingeübt hatten.

Die Jugendlichen Luca und Ben spielen einen Witz – auf Plattdeutsch

Nicht bange vor den Alten: Luca und Ben spielen einen Witz – auf Plattdeutsch. ade

Kinder und Jugendliche beim Seniorenbeirat? Die beiden Jungen sind kein Einzelfall. Kooperativ und über Generationen hinweg arbeiten dessen Mitglieder längst. In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum und den Kitas beispielsweise.

Das Jugendzentrum steht dem Beirat andererseits auch für eigene Vorhaben zur Verfügung. „Niemals langweilig“ ist das Motto, das Monika Dohle monatlich ausgibt, wenn sie zum Seniorentreff dorthin einlädt.

Vorlieben und Talente setzen aber auch andere Mitglieder des Beirates ein. Erst vor wenigen Tagen habe er zur 100. Veranstaltung seiner Reihe „Klassik am Nachmittag“ eingeladen, erzählte Michael Las Casas dos Santos – ein Hit, mit dem er immer wieder den Nerv vieler trifft.

Von Kino bis zu Kooperationen

Kino? Auch das gibt es dank des Seniorenbeirats wieder in Rehburg-Loccum. Schließlich ist Joachim Schumachjer nicht nur aktives Mitglied, sondern auch Eigentümer zweier Kinos. Warum also nicht gelegentlich in Bad Rehburgs Dorfgemeinschaftshaus die Popcorn-Maschine anwerfen und einen Film zeigen? Blockbuster inklusive, auch für Jüngere geöffnet und mit Münchehagens Jugendfeuerwehr im Team, die sich um die Bewirtung kümmert.

Der Mann für die Technik und für alle Fälle? Das ist Matthias Witte – der von sich zwinkernd behauptet, für den guten Ton im Seniorenbeirat zuständig zu sein.

Aber auch wenn Konzerte, Schlager-Events und Frühstücksrunden noch obendrauf kommen, sollte doch nicht der Eindruck entstehen, dass dieser Seniorenbeirat ausschließlich für Bespaßung da ist. Von Veranstaltungsreihen bis zu dem ständigen Angebot zu persönlichen Gesprächen setzt sich das Gremium mit allen Themen auseinander, die ihr Klientel interessiert. Von Vorsorgevollmachten bis zur Sicherheit im Straßenverkehr und auch dabei gerne in Kooperationen – wie mit dem SoVD oder dem DRK.

Einladung mit Hintergedanken

Das alles läuft gut, ist eingespielt – und soll auch so bleiben. Zu ihrer 15-Jahr-Feier hatten die agilen Senior:innen aber mit sehr konkretem Blick in die Zukunft eingeladen, denn im Juni dieses Jahres stehen Neuwahlen auf dem Programm.

Kennenlernen. Mitmachen. Mitmischen. – Das ist ihr Ansatz und mit ihm hoffen sie auf viele weitere Interessierte, die sich aufstellen und wählen lassen mögen. Oder um es mit Gabriele Stolpers Worten zu sagen: „Wir suchen die jungen Alten!“

Wer mindestens 60 Jahre alt ist und in Rehburg-Loccum lebt, darf sich aufstellen lassen. Ausgeschlossen davon sind lediglich die politischen Mandatsträger – also Mitglieder von Stadtrat und Ortsräten - wie auch solche, die sich zur Kommunalwahl im September 2026 aufstellen lassen wollen.

Interesse? Als Ansprechpartner:innen stehen bereit:

Gabriele Stolper, Tel.: 05766 941 64 76 oder E-Mail: gabistolperqgmx.de

Michael Las Casas dos Santos, Tel.: 05037 9666630 oder E-Mail: michaellascasas@yahoo.de