Tipps zum Umgang mit Eichenprozessionsspinnern
Woran sind EPS zu erkennen?
Der EPS ist ein Nachtfalter, der ursprünglich in den Eichenwäldern Süd- und Mitteleuropas heimisch war. Durch den Klimawandel breitet er sich immer weiter nördlich aus und ist seit einiger Zeit auch in Niedersachsen angekommen.
Die Larven sind anfangs braun-gelblich, in späteren Stadien haben sie einen breiten dunklen Streifen auf dem Rücken. Sie häuten sich sechsmal bevor sie zum Falter werden. Ab dem dritten Stadium bilden sich die Brennhaare aus.
Üblicherweise kommen sie in großen Ansammlungen (Nestern) auf Eichen vor. Bei Ortswechseln kriechen die Raupen gerne kollektiv in einer oder mehreren dicht beieinander liegenden Reihen - ähnlich einer kirchlichen Prozession von Menschen.
Verwechslungsgefahr!
Die Gespinste von EPS sind oft nur an einer oder wenigen Stellen im Baum. Sind im Frühjahr und Frühsommer Büsche und Bäume komplett eingesponnen, handelt es sich wahrscheinlich um die harmlosen Gespinstmotten.
Was macht EPS gefährlich?
Eichenprozessionsspinner haben viele feine Brennhaare mit Nesselgift, das zu den genannten Beschwerden führen und allergische Reaktionen auslösen kann. Bei Berührung brechen sie ab, durch Wind können sie weit getragen werden. Ein Abstand von 10 bis 15 Metern zu Eichen wird empfohlen.
Um allergische Reaktionen zu vermeiden, sollten die betroffenen Gebiete gemieden und Haut durch Bekleidung geschützt werden.
Kommt es dennoch zu Kontakt mit den Brennhaaren, werden eine Dusche und sofortiger Wechsel der Kleidung empfohlen. Die Kleidung soll bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.
Wo treten EPS auf?
Vorkommen dieser Tiere gibt es – der Name legt es nahe – auf Eichen. Im Stadtgebiet Rehburg-Loccums sind sie auf zahlreichen öffentlichen Grundstücken entdeckt worden.

Welche Maßnahmen ergreift die Stadt?
Der Bauhof ist sensibilisiert und hält täglich Ausschau nach Nestern. Wird ein Nest entdeckt, sperrt er diesen Bereich ab. Je nach Umfang des Befalls kann diese Absperrung aus einem Flatterband um den Baum bestehen, der darauf hinweist, dass Abstand geraten ist, oder auch in einer weiträumigen Sperrung.
Zeitgleich mit dem Sichten der Nester und unter Abwägung möglicher Risiken für gesundheitliche Schäden, beauftragt das Ordnungsamt eine Fachfirma mit der Beseitigung. Diese besteht darin, die Nester abzusaugen. „In kritischen Bereichen, also dort, wo sich viele Menschen über einen längeren Zeitraum aufhalten und Orte, wo Kinder sind, greifen wir zu dieser Maßnahme“, sagt Oliver Graw aus dem Ordnungsamt.
An anderen Stellen empfiehlt er, die Warnhinweise zu beachten und Abstand zu Eichen zu halten.
Was tun, wenn EPS auf dem eigenen Grundstück bemerkt werden?
In diesem Fall raten alle Expert:innen dringend davon ab, selbst zu handeln!
Für die Beseitigung sind die jeweiligen Grundstückseigentümer:innen zuständig. Sie sollten sich an Fachfirmen wenden, die auf Schädlingsbekämpfung spezialisiert sind. Mittlerweile verfügen auch viele Gartenbaubetriebe über die entsprechenden Kenntnisse.
Wann kann Entwarnung vor EPS gegeben werden?
Der Prozess der Verpuppung mit den gefährlichen Brennharren ist je nach Witterung Mitte Juli abgeschlossen. Es handelt sich also um ein saisonales Thema. Dennoch sollten auch anschließend die Nester des EPS nicht berührt werden.
Besteht eine Meldepflicht für EPS?
Nein, eine Meldepflicht besteht nicht. Falls jemand in Rehburg-Loccum die Raupen an öffentlichen Anlagen bemerkt, an denen bislang nicht gewarnt wird, kann eine E-Mail mit einem Hinweis an o.graw@stadt.rehburg-loccum.de gesendet werden.
Mehr Wissen?
Der NABU hat auf seiner Homepage umfangreiche Informationen zu Eichenprozessionsspinnern hinterlegt: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/schmetterlinge/nachtfalter/28380.html

