Anpackend – so gehen Kita-Leiterin Mareen Vennes und Judy Grothe, die in ihrem Fachbereich in der Stadtverwaltung unter anderem für Jugend, Bildung und Soziales zuständig ist, auf die vielfältigen Probleme zu.
„Wir sind dabei, einen Bewegungs- und Tanzraum einzurichten“, sagt Mareen Vennes. Seit vor einigen Tagen Nester des Eichenprozessionsspinners an den Bäumen des Spielplatzes der Kita entdeckt wurden, ist der Bewegungsfreiraum für die 37 Kinder eingeschränkt. Je nach aktuellem Befall dürfen sie nur einen Teil der Spielfläche nutzen oder müssen ganz und gar im Gebäude bleiben.
Mehr zum Eichenprozessionsspinner in Rehburg-Loccum lesen Sie hier: https://www.rehburg-loccum.de/aktuelles/eichenprozessionsspinner/
Mehr Bewegung in der Kita ist eine Lösung. Doch wer will schon im beginnenden Sommer dauernd im Haus sein?
Judy Grothe lässt seit Tagen die Telefone glühen und hat weitere Aktionen für die Kinder in Aussicht beziehungsweise bereits vereinbart. „Statt des einen jährlichen Ausflugs in den Dinopark machen wir eben zwei oder drei“, sagt sie. Die Kinder wird es freuen.
Mit dem Waldkindergarten Rehburg-Loccum ist sie im Gespräch zu Waldtagen für zirka zehn Kinder. Ausflüge kann es außerdem zur Turnhalle des Bildungshauses in Münchehagen geben. „Es sind noch Hallenzeiten frei“, berichtet Judy Grothe. Die sollen genutzt werden.
Highlights statt Einschränkungen für die Kinder
All das, sind sich die beiden Frauen sicher, sind nicht nur Notlösungen, sondern echte Highlights für die Kinder. Bis zur Schließzeit der Kindergärten, die am Montag, 6. Juli, beginnt, könnten sie erlebnisreiche Tage haben, die ihnen trotz Eichenprozessionsspinner im Garten in guter Erinnerung bleiben.
Die Raupen sind jedoch nicht die einzigen tierischen Mitbewohner:innen, die sie umtreiben. Auf dem Dachboden der Kita treibt seit September 2025 ein Marder sein Unwesen.
Mehr zum Marder und weiteren Plänen für die Kita Sonnenschein: https://www.rehburg-loccum.de/aktuelles/nachrichtenarchiv/kita-sonnenschein/
Da das Tier eine Decke durchnässt hatte, musste ein Gruppenraum gesperrt werden. In enger Abstimmung mit dem Gesundheits- und Jugendamt zog eine der beiden Kita-Gruppen aus dem Erdgeschoss ins Obergeschoss um – dorthin, wo der Marder ihnen nicht aufs Dach steigt.
Bislang ist es noch nicht gelungen, den Marder zu fangen. Beobachtet wird er von vier Kameras, drei Fallen sind mittlerweile aufgestellt. Selbst mit Menschenhaaren vom Frisiersalon wird versucht, ihm das Leben über der Kita zu verleiden. Das Tier erweist sich jedoch als sehr intelligent. „Wir konnten schon beobachten, dass er rückwärts wieder aus einer Falle herausgeht“, sagt Judy Grothe seufzend.
An weiteren Lösungen, den Marder zu fangen beziehungsweise zu vertreiben, werde gearbeitet. Ärgerlich sei, dass ein Raum dadurch nicht genutzt werden könne, glücklicherweise sei die Kita nicht voll belegt. 50 Plätze seien vorhanden, momentan tummelten sich aber nur 37 Kinder im Sonnenschein.
Zudem werde es für die zwölf Schulanfänger:innen, die die Kita zu den Sommerferien verlassen, nur wenige Nachrücker geben, da die Schließung des Sonnenschein zum Kitajahr 2027/28 bereits längere Zeit beschlossene Sache sei. Das entspanne die Situation zusätzlich – obwohl natürlich alle hofften, dass der Marder endlich das Haus verlasse.
Gesundheitsamt äußerst sich lobend
„Das Gesundheitsamt hat uns natürlich im Blick“, führt Judy Grothe weiter aus. Erst Mitte Mai seien Mitarbeitende der Behörde unangemeldet in die Kita gekommen – um mit lobenden Worten wegen der guten Umsetzung der Hygienemaßnahmen wieder zu gehen.
Erschwerend kommt momentan allerdings noch hinzu, dass von den zehn Mitarbeitenden der Kita einige erkrankt sind. Ersatz ist derzeit schwer zu finden, aber auch dort arbeitet Judy Grothe an kreativen Lösungen – und bittet Eltern um Verständnis, dass es gelegentlich zu Einschränkungen der Öffnungszeiten kommt.
Kreative Lösungen auch für weitere Kitas
Der Krankheitsstand betrifft allerdings, ebenso wie der Befall mit Eichenprozessionsspinnern, nicht nur die Kita Sonnenschein. Auch andere städtische Kitas stehen vor diesen Problemen, auch für sie sucht Judy Grothe gemeinsam mit den Kita-Leitungen nach ähnlichen Lösungen wie für Münchehagen.
„Erklärtes Ziel ist es für uns, allen Kindern trotzdem eine schöne Zeit bis zu ihren Kita-Ferien zu bereiten“, sagt die Fachbereichsleiterin. Vielleicht ergebe sich dabei für manche sogar das eine oder andere unvergesslich-herrliche Erlebnis, das irgendwie ganz unverhofft zu ihnen komme.

